Tag 7 – Dantes Inferno

Tag 7 – Dantes Inferno

Heute ist Kulturtag, auf nach Florenz. Natürlich ist ein Tag viel zu kurz, um Florenz gerecht zu werden, aber besser einen als keinen.

Wie letztes Jahr, beim 2-Tagestrip nach Rom, entscheiden wir uns mit der Bahn zu fahren. Zwei Stunden Reisezeit, hin und zurück 68 Euro für alle. Stressfrei ab Donoratico, kein Stau, keine Parkplatzsuche in Florenz, sehr zu empfehlen.

10:30 Uhr, Florenz. 43 Grad. Die Frisur hält.

Rom im August war heiß, Florenz ist heißer. Die Luft steht. Wenn mal Wind geht, ist das eher so, als schaltet einer den Föhn an und bläst dir ins Gesicht. Unerträglich.

Campanile

Toll. Museum ist am ersten Dienstag im Monat geschlossen, Kuppel ausgebucht und wie der Campanile meiner Höhenangst nicht zuträglich. Egal. Die Schlange vorm Dom ist erwartungsgemäß lang, Kuppelbesuche sowieso schon Tage vorher ausgebucht (Wer das will, sollte vorher online reservieren).

Kombiticket Museum, Domkuppel, Krypta, Baptisterium und Campanile gibt’s direkt am Platz. Der reine Eintritt in den Dom kostet übrigens – wie in den Stephansdom im Vatikan – nichts, die Schlange ist aber die gleiche.

Im  Baptisterium, der Taufkirche, besteht die Decke der Rundkuppel aus einem fantastischen Mosaik, die Tore von außen sind mit goldenen Fresken verziert. Wow. Echt imposant. Warteschlange Fehlanzeige, sympathisch. Etwas Abkühlung.

Der Dom erstrahlt von außen in weißem Marmor, mit vielen Fresken und Figuren. Angeblich soll die Schlange in den Dom am Nachmittag kleiner sein. Ok, zuerst Campanile, der Glockenturm mit 400 irgendwas Stufen, auch hier wird kontrolliert eingelassen. Frau und Sohn gehen ganz nach oben, meine Höhenangst hat auf der Hälfte dann die Oberhand.

Zu heiß, zu viele Menschen. Zu früh aufgestanden im Urlaub. Die Lust am Dom anzustehen ist gleich null.

Krise. Sitzstreik. Wasser. Eis.

Am Piazza della Signoria befindet sich die Loggia del Lanzi. Perseus Sieg über Medusa (Cellini), Raub der Sabinerinnen (Giambologna), „Herkules und Nessos“ und natürlich vorm Palazzo Vecchio: Michelangelos David. Muss man gesehen haben, auch wenn es nur eine Kopie ist.

Es wird lecker. In der „Via dei Neri“ stehen Leute mit Focaccia… gut … gibt es hier an jeder Ecke, die sehen aber gut aus … die Focaccia. „All’antico Vinaio“ ist ein Muss! Konzept: 3 Beläge zur Wahl, krosses Focaccia, 5 Euro. Fair, lecker und der Laden läuft. Entscheidungsunwillig entscheide ich mich für die Variante „Inferno“, meine Frau für „La Boss“ (war ja klar). Kleingehackte Artischocken, geschabter Pecorino und dünner Schweinebraten, leicht scharf aufgepeppt. Selbst bei diesen Temperaturen bombastisch.

La Davinci Experience

Nach kurzem Schlenker über die Ponte Vecchio (Rubrik: Ok, ich war mal da), bleiben wir bei „Santo Stefano al Ponte“ hängen. Dort ist eine Ausstellung „Da Vinci Experience“. Die Kirche wird in ein Auditorium verwandelt. Riesige Leinwände, die Kirchenwände und die Decke, alles ist Projektionsfläche. Klassische Musik, eine Hommage an Da Vinci. Sehr schön und kühl.

Zurück Richtung Bahnhof, durch Horden von Japanern und Chinesen, am Dom vorbei (Keine Schlange, dafür aber auch zu…).

Es ist schön hier, zu kurz, aber viel zu heiß. Florenz, wir kommen wieder.

19 Uhr, 38 Grad, die Frisur sitzt immer noch.

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Tag 6 – oder so …

Tag 6 – oder so …

10 Uhr Morgens, 29 Grad, wolkenlos. Leichter Wind.

Und täglich grüßt das Murm… ach nein … die Zikade.

Der Rhythmus mit einem Tag wenig bis keine und ein Tag viel Bewegung bewährt sich. Nicht das Langeweile aufkommt. Heute solls nach Campiliga Marittimagehen. Südlich von San Vincenzo ins Landesinnere in den Hügeln. Laut Giulio eines der schönsten Dörfer der Toscana.

Ach ja … gestern ist hier noch ne Famile „eingezogen“, in die zweiteWohnung. Wenn das Kind nicht gleich aufhört zu singen …. ok .. wo war ich

.. ach ja …

Laut der Map entscheide ich mich für den Weg über San Carlo. 4km geht es bergauf. Auf halbem Weg halte für ein paar Minuten inne und ..

Schreibstop.

Ok, ich mag Kinder, aber das ist zu viel. Zu laut, zu monoton, zu aufdringlich. Wie blenden die Eltern das aus bitte? Meine Frau hält mich gerade noch zurück, bevor ich in meiner ehrlichen und direkten Art meinen Unmut äußern  kann.

Mein über Tage aufgebauter Mikrokosmos der Entspannung erbebt.

Erinnerungen an die Erzählung von Sören über seinen Bose Noisecanceling Kopfhörer. Erweiterung der Einkaufsliste.

Mal ehrlich, wenn ich Ruhe will, fahr ich nicht an den Ballermann und wenn ich 5 jährige Kinder habe, fahr ich nicht auf einen Agrotourismo und nerve erholungsbedürftige fast Fünfziger mit abklingender Midlifecrisis.

Aggrotourismus ? Piep Piep Richie.

Wo war ich…
Kurz und Knapp. In San Carlo gings nicht weiter und ich bin nach San Vincenzo. Küstentouristenort, aber ruhig und kommt in diesem Beitrag einfach mal unverdienterweise zu kurz.

An der Hafeneinfahrt steht „Il Marinaio“, mit seinem Papierschiffchen, in der Waschbütt und schaut sehnsüchtig aufs Meer. Ob ich gleich nochmal hinfahr und einfach höre, ob er was zu erzählen hat?

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