Ende des Winterschlafs

GÄHN — AUGENREIB — STRECK — GÄHN

Guten Morgen Welt.

WAAAAS … schon so spät?

Verdammt … sechseinhalb Monate Winterschlaf ist definitiv zu lang.

Träge war der Winter, viel zu lang, zu nass, zu dunkel, zu grau … wisst ihr was ich meine? Morgens im Dunkeln zur Arbeit, den ganzen Tag diesig graues Schmuddelwetter. Der Vitamin D Haushalt strebt gegen Null. Sonne weg, Motivation weg, man funktioniert und findet sein Heil in leckerem Essen, Netflix und Erinnerungen an die sonnigen Tage des Spätherbstes.

Dann war noch das mit der 50 im März, nicht schlimm aber es ist halt die 50.

Nun, wo die Temperaturen an die Zeit in der Toscana erinnern, erwacht auch wieder die Lust aktiv zu werden.

Als erste Aktion Fahrrad checken und mal ne Runde drehen. Die postiven Erinnerungen an das e-Biken noch im Hinterkopf und die Sammelaktion zum 50. auf dem Tisch ist klar: Es muss nun sein. Immerhin bin ich nun …. ach egal. Ist geil muss sein.

Grundsondierung im Internet .. puh .. too much information, also ab aufs Bike und zum Megaladen nach Griesheim aufgemacht. Nach 30 der 35 Kilometer war klar: das  e-Bike ist notwendig.

Einige gefahren und mal einen Eindruck verschafft was man wirklich braucht und will, grobe Vorauswahl und zur endgültigen Entscheidungsfindung nach Hause geradelt.

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Tag 7 – Dantes Inferno

Tag 7 – Dantes Inferno

Heute ist Kulturtag, auf nach Florenz. Natürlich ist ein Tag viel zu kurz, um Florenz gerecht zu werden, aber besser einen als keinen.

Wie letztes Jahr, beim 2-Tagestrip nach Rom, entscheiden wir uns mit der Bahn zu fahren. Zwei Stunden Reisezeit, hin und zurück 68 Euro für alle. Stressfrei ab Donoratico, kein Stau, keine Parkplatzsuche in Florenz, sehr zu empfehlen.

10:30 Uhr, Florenz. 43 Grad. Die Frisur hält.

Rom im August war heiß, Florenz ist heißer. Die Luft steht. Wenn mal Wind geht, ist das eher so, als schaltet einer den Föhn an und bläst dir ins Gesicht. Unerträglich.

Campanile

Toll. Museum ist am ersten Dienstag im Monat geschlossen, Kuppel ausgebucht und wie der Campanile meiner Höhenangst nicht zuträglich. Egal. Die Schlange vorm Dom ist erwartungsgemäß lang, Kuppelbesuche sowieso schon Tage vorher ausgebucht (Wer das will, sollte vorher online reservieren).

Kombiticket Museum, Domkuppel, Krypta, Baptisterium und Campanile gibt’s direkt am Platz. Der reine Eintritt in den Dom kostet übrigens – wie in den Stephansdom im Vatikan – nichts, die Schlange ist aber die gleiche.

Im  Baptisterium, der Taufkirche, besteht die Decke der Rundkuppel aus einem fantastischen Mosaik, die Tore von außen sind mit goldenen Fresken verziert. Wow. Echt imposant. Warteschlange Fehlanzeige, sympathisch. Etwas Abkühlung.

Der Dom erstrahlt von außen in weißem Marmor, mit vielen Fresken und Figuren. Angeblich soll die Schlange in den Dom am Nachmittag kleiner sein. Ok, zuerst Campanile, der Glockenturm mit 400 irgendwas Stufen, auch hier wird kontrolliert eingelassen. Frau und Sohn gehen ganz nach oben, meine Höhenangst hat auf der Hälfte dann die Oberhand.

Zu heiß, zu viele Menschen. Zu früh aufgestanden im Urlaub. Die Lust am Dom anzustehen ist gleich null.

Krise. Sitzstreik. Wasser. Eis.

Am Piazza della Signoria befindet sich die Loggia del Lanzi. Perseus Sieg über Medusa (Cellini), Raub der Sabinerinnen (Giambologna), „Herkules und Nessos“ und natürlich vorm Palazzo Vecchio: Michelangelos David. Muss man gesehen haben, auch wenn es nur eine Kopie ist.

Es wird lecker. In der „Via dei Neri“ stehen Leute mit Focaccia… gut … gibt es hier an jeder Ecke, die sehen aber gut aus … die Focaccia. „All’antico Vinaio“ ist ein Muss! Konzept: 3 Beläge zur Wahl, krosses Focaccia, 5 Euro. Fair, lecker und der Laden läuft. Entscheidungsunwillig entscheide ich mich für die Variante „Inferno“, meine Frau für „La Boss“ (war ja klar). Kleingehackte Artischocken, geschabter Pecorino und dünner Schweinebraten, leicht scharf aufgepeppt. Selbst bei diesen Temperaturen bombastisch.

La Davinci Experience

Nach kurzem Schlenker über die Ponte Vecchio (Rubrik: Ok, ich war mal da), bleiben wir bei „Santo Stefano al Ponte“ hängen. Dort ist eine Ausstellung „Da Vinci Experience“. Die Kirche wird in ein Auditorium verwandelt. Riesige Leinwände, die Kirchenwände und die Decke, alles ist Projektionsfläche. Klassische Musik, eine Hommage an Da Vinci. Sehr schön und kühl.

Zurück Richtung Bahnhof, durch Horden von Japanern und Chinesen, am Dom vorbei (Keine Schlange, dafür aber auch zu…).

Es ist schön hier, zu kurz, aber viel zu heiß. Florenz, wir kommen wieder.

19 Uhr, 38 Grad, die Frisur sitzt immer noch.

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Tag 6 – oder so …

Tag 6 – oder so …

10 Uhr Morgens, 29 Grad, wolkenlos. Leichter Wind.

Und täglich grüßt das Murm… ach nein … die Zikade.

Der Rhythmus mit einem Tag wenig bis keine und ein Tag viel Bewegung bewährt sich. Nicht das Langeweile aufkommt. Heute solls nach Campiliga Marittimagehen. Südlich von San Vincenzo ins Landesinnere in den Hügeln. Laut Giulio eines der schönsten Dörfer der Toscana.

Ach ja … gestern ist hier noch ne Famile „eingezogen“, in die zweiteWohnung. Wenn das Kind nicht gleich aufhört zu singen …. ok .. wo war ich

.. ach ja …

Laut der Map entscheide ich mich für den Weg über San Carlo. 4km geht es bergauf. Auf halbem Weg halte für ein paar Minuten inne und ..

Schreibstop.

Ok, ich mag Kinder, aber das ist zu viel. Zu laut, zu monoton, zu aufdringlich. Wie blenden die Eltern das aus bitte? Meine Frau hält mich gerade noch zurück, bevor ich in meiner ehrlichen und direkten Art meinen Unmut äußern  kann.

Mein über Tage aufgebauter Mikrokosmos der Entspannung erbebt.

Erinnerungen an die Erzählung von Sören über seinen Bose Noisecanceling Kopfhörer. Erweiterung der Einkaufsliste.

Mal ehrlich, wenn ich Ruhe will, fahr ich nicht an den Ballermann und wenn ich 5 jährige Kinder habe, fahr ich nicht auf einen Agrotourismo und nerve erholungsbedürftige fast Fünfziger mit abklingender Midlifecrisis.

Aggrotourismus ? Piep Piep Richie.

Wo war ich…
Kurz und Knapp. In San Carlo gings nicht weiter und ich bin nach San Vincenzo. Küstentouristenort, aber ruhig und kommt in diesem Beitrag einfach mal unverdienterweise zu kurz.

An der Hafeneinfahrt steht „Il Marinaio“, mit seinem Papierschiffchen, in der Waschbütt und schaut sehnsüchtig aufs Meer. Ob ich gleich nochmal hinfahr und einfach höre, ob er was zu erzählen hat?

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Tag 5 – Entschleunigung

Tag 5 – Entschleunigung

25 Grad, blauer Himmel. 10 Uhr Morgens.

Alle haben keine Lust auf Aktionismus, daher widme ich mich heute mal dem Thema, das immer passt, in jeder Runde und immer als ein Einstieg in eine Konversation nützt (Auch wenn es abgedroschen erscheint, es funktioniert.).

Das Wetter.

Ein Grund, warum man in Urlaub fährt, ist das Wetter. Zu Hause in Deutschland zu unstet (und wohl die letzten Tage so richtig mies) fällt die Wahl meist auf einen Ort, an dem man vor bösen Überraschungen verschont bleibt.

Das gute an Italien im Sommer ist, es regnet kaum. Doof für die Landwirtschaft, gut für den Tourismus und die Sonncremeindustrie. Einige mit denen ich vorher gesprochen hatte, sind in Richtung Sardinien oder Silzilien unterwegs dieses Jahr. Ein schneller Blick auf die Wetterapp sagt: Sardinien 42 Grad, Castagnetto Carducci 29 Grad. Kurz überlegt … richtige Wahl getroffen.

Die Hazienda liegt ca. 5km vom Meer weg, es geht immer ein leichter Wind, der es sehr angenehm macht, auch um die Mittagszeit im Schatten draußen zu sitzen. Sicher gibt es auch hier Tage, an denen das Thermometer die 35 Grad knackt, aber eher selten und durch die Meernähe und den Wind empfindet man es nicht als unangenehm.

Nachts kühlt es meist auf 20 Grad ab. Eine Klimaanlage braucht man hier nicht. Fenster auf abends ab 20 Uhr (Mückenschutzgitter zu empfehlen) und (Roll-)Laden und Fenster zu am Morgen ab 8-9 Uhr, das hält im Haus eine angenehme Temperatur. Zum Zudecken reicht ein Bettbezug.

Die Zikaden zirpen um die Wette, die Oliven reifen an den Bäumen, gelegentlich kommt ne Katze oder eine Eidechse vorbei.
Einfach nichts tun, ohne Termine, ohne Verpflichtungen.
Entschleunigung pur.

Un altro caffè per favore !

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Tag 4 – Deinen Weg finden du musst

Alle wieder fit und erholt.

9:30 Uhr, wolkenlos, 25 Grad.

Frühstück. Nach einer kleinen Morgenrunde, San Vincenzo und zurück, steht heute ein Besuch bei den Weilis an.

Sie residieren gut 50km weiter südlich im „PuntAla Camp & Resort„, knapp eine Stunde Fahrt. Mein Sohnemann hat was vergessen, echt? Doof nur, dass es die Schuhe sind. Toller Schotter hier, und so viel davon.

Schöne Anlage (soweit ich das als nicht Camper beurteilen kann), weitläufig mit vielen kleinen Wegen im Pinienwald gelegen. Neben Stellplätzen für Camper  und Zelte gibt es auch Hütten mit Terrassen, die sich bei näherer Betrachtung eher als Wohnwagen in Hausform entpuppen.

Das Lager Von Julia, Lene, Sören und Theo liegt etwas verborgen, abseits des Weges – ruhig und schattig.  Es geht zum Strand. Ich biege vor dem Sand ab Richtung Strandbar. 30 Grad, leichter Wind, herrliches Klima. Im Süden erkennt man den Hafen von Punta Ala, in Richtung Westen übers Meer Elba. Es bleibt bei dem Versuch den gestrigen Tag für den Blog aufzuarbeiten, zu viele Leute und Geschnatter. Umzug in den scheinbar etwas ruhigeren Bereich der Rezeption.

Ich lasse den Ort auf mich wirken und ziehe Vergleiche zu unserer Unterkunft. Wie gesagt, Camper war und werde ich wohl nicht werden. Ein richtiges Bett und ein eigenes Bad sind wichtig für mein Wohlbefinden. Hier gibt es ein Restaurant, eine Cafebar, Kletterpark, Tennisplatz .. und eine Bühne.

Wir wohnen hier auf einer Hazienda Agricultura, sowas wie Urlaub auf dem Bauernhof. Gelegentlich fährt mal ein Auto vorbei und gearbeitet wird hier zwar auch, aber ohne Maschinen und Lärm.

Auf der Bühne in Punta Ala beginnt die Kinderbespaßung mit den Proben für den Abend, am Nachbartisch zetert ein Paar mit seinen Kindern und die Musik im Cafe ist auch gerade etwas zu laut für meinen Geschmack. Kopfhörer auf, Hörbuch an, dem Abend entgegen. So viele Menschen ..

Am Abend lecker Pizza und Pasta im Restaurant. Danach die Kinder im Daddelpavillion und wir am Tisch in der Bar. Ich frag mich gerade, wo die ganzen Videospielautomaten herkommen und finde mich auf einmal an einem Flipper wieder. „Papa hast du noch nen Euro bitte“ … Kindheitserinnerungen …

Der Abend war sehr schön und endet dann so gegen 23:30 Uhr, müssen ja auch noch zurück.

Der Obi-Bieber macht hier im Übrigen auch Urlaub …

Der auch hier im Urlaub ?

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Tag 3 – Brillenverschwörung?

Der gestrige Abend mit den Weilis war toll.

Wenn man leckeres Essen und guten Vino mit Freunden teilen kann, macht es gleich noch mehr gute Laune.

Morgens war dann unser Sohn malad und hatte Bauchweh. War wohl gestern alles etwas viel und es steht ein Tag auf der Agricultura an.

 

Strada del vino e dell‘ olio

Ich klinke mich für 3 Stunden aus, gebe dem Pferdchen die Sporen und visiere eine 70 km Tour an, welche ich im letzten Jahr schon mal gefahren bin. Sie führt „Strada del vino e dell‘ olio“ an Castagneto Carducci vorbei nach Bolgheri, Bibbona, hoch nach Casale Marittimo, Abfahrt nach Cecina und dann die Aurelia wieder zurück nach Castagneto Carducci. Es ist leicht bewölkt.

Der Weg vorbei an Weingütern, Ständen mit Obst, Wein und Olivenöl ist leicht hügelig. Den Motor schalte ich in den Steigungen zu, die Übersetzung ohne Motor ist einfach nicht gut und macht so auch keinen Spaß und außerdem ist der dafür da! Suche ich gerade nach einer Entschuldigung für ein E-Bike?

Herrliche Gegend. Gelegentlich trifft man andere Biker, vorrangig auf Rennrädern, seltener sind da Autos.

 

2500 Zypressen nach Bolgheri

Mein Weg kreuzt die Straße, die von der Via Aurelia an der Küste ca. 5km kerzengerade bis nach Bolgheri führt. Einfach der Hammer. 2500 Zypressen bilden eine Allee, die sich in Wellen oben nach Bolgheri arbeitet. Ich mache kurz Rast und immer wieder halten Leute an, um Fotos zu machen. Foto … da war was …

In Bibbona ändere ich spontan die Route ab, will mal was Neues sehen und arbeite mich im Ort eine steile Gasse hinauf, die ins Hinterland führt. Selbst mit Motorunterstützung wird das nix. Nach zwei Dritteln geb ich auf, schiebe den Rest nach oben und fahre aus dem Ort. Ein einsamer Aussichtsturm auf einem staubigen Hügel, Blick über die Ebene nach Casale Marittimo, ein Friedhof, die Ausläufer des Appenin. Keine Menschenseele weit und breit. Ich geb Gas.

Nun zeigt sich wieder wie stark Google Maps und die Realität gelegentlich von einander abweichen. Ich stehe irgendwo im Nirgendwo am Ende eines Schotterweges vor einer Scheune. Zwei Wege, ich nehm den Falschen (Danke Google oder war es die Wahl bergab anstatt bergauf), hoppel mit schreienden Bremsen bergab und stehe vor einem Graben und einem Zaun.

Umdrehen und den Hügel wieder rauf und den anderen Weg einschlagen. An verschiedenen Anwesen vorbei, deren Einfahrten kleinen Alleen gleichen, durch Weinberge und Olivenhaine geht es auf Schotter tatsächlich wieder Richtung Bolgheri. Schwarze Wolken und Blitze in den Hügeln treiben mich zurück zur Agricultura. Nach knapp 40 km endet die Tour.

Wie schon im letzten Jahr hab ich auch dieses Jahr eine Lesebrille auf der Tour verloren. Liegt es an mir oder ist es die Toskana, die Tribut in Form von Brillen fordert? Letztes Jahr insgesammt zwei, nun schon wieder eine. Ein Fall für die X-Files … und den Optiker. Ich bin das Opfer einer Verschwörung

Den Rest des Tages verbringen wir mit Chillen beim Zirpen der Zirkaden im leichten Wind bei 28 Grad. Beim Abendessen nervt der Nachbar mit dem Rasenmäher und zwei Wespen auf der Salami. Unentspannt.

Kind immer noch nicht fit, Michel müde, Frau auch. Kurzer Abend, früh ins Bett.

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Tag 2 oder ein E-Bike ist kein Motorroller !

Die Erholung stellt sich ein.

Der viele Schlaf, das gesunde, nicht so schwere Essen und einfach die Seele baumeln lassen, entspannt ungemein.

Zum Frühstück gibt es Pfannkuchen. Wenn ich es noch nicht erwähnt habe, jeder Tag ist ein guter Tag für … ok .. lassen wir das.

Heute hol ich mein Leihrad ab. Bin ja nicht zum Spaß hier. Nach den Touren letztes Jahr bei den Temperaturen hier hab ich mich entschlossen, mal ein E-Bike zu probieren, ist ja schließlich Urlaub.

10 Uhr in Cecina im La Biciletta di Antonio Tessaro empfängt uns Carlo, der Juniorchef.

Lombardo Sestriere 27.5″

Da steht das Bike. Ein Lombardo 27,5″, knall orange mit Boschmotor. Der Blick als ich ihn bitte, meinen mitgebrachten SQLab Breitarschsattel zu montieren, gleicht in etwa dem, der einem ein Ferrariverkäufer entgegenbringen muss, den man bittet, das Fahrzeug in grün und mit Anhängerkupplung auszuliefern.

Egal, es ist mein Hintern.

Carlo ist sehr nett und hat den Sattel schnell verdaut. Er erklärt mir das Bike – einen Helm, Flickzeug, Pumpe, Ersatzschlauch gibts noch dazu und obendrauf 10% Rabatt.

 

Ein E-Bike ist kein Motorroller !
Ohne Treten macht das Teil nämlich nichts außer fesch aussehn. Der Fahrrad Junkie in mir lässt auch erst mal den Motor aus. Wär ja gelacht, wenn ich mich von einer Batterie und einem Elektromotor abhängig mache. Nach 3 Kilometern schalte ich dann den Motor auf ECO Mode zu, ist ja schließlich bezahlt. Die Anzeige verspricht mir noch 120km Unterstützung, die angenehm, aber nicht aufdringlich ist, und wir werden langsam Freunde.

Die erste Brücke nehm ich dann im Turbogang. Wow. Mit gleichbleibender Anstrengung gleite ich die Steigung wie nichts hinauf. Der Blick auf die Restkilometeranzeige sagt mir dann aber, besser wieder in den ECO Mode zurückzuschalten. Aus 110km wurden gleich mal 51km. Im Wechsel von ECO, Tour (bissel mehr als ECO) und Off sind die 20km von Cecina nach Castagneto ein gechillter Ritt. Ein Blick auf die mit der Garmin getrackten Daten zeigt ein gleichbleibendes Pulserlebnis von 130 BPM ohne nennenswerten Spitzen. Das Grinsen in meinem Gesicht ist unbeschreiblich.

Heute kommen die Weilis aus unsrer Siedlung, die auch in der Toskana Urlaub machen. Zuerst geht es, aus bekannten Gründen Ohne mich, zum Strand. Ich nutze die Zeit, um das E-Bike einem weiteren Test zu unterziehen und mach mich auf nach Castagneto Carducci.

Malerisch. Wie aus dem Bilderbuch. Auf einem Hügel gelegen mit herrlichem Blick über die Weite der Toskana bis zum Meer. 130 Höhenmeter, 4km Serpentinen, 30 Grad im Schatten, 14 Uhr.

Der ECO Modus erweist sich als unbrauchbar für den Anstieg. Da müssen härtere Geschütze her. Turbo kleines Fahrrad. Oben angekommen meint das Bike im ECO Mode noch Power für 30km zu haben. Die Strategie für größere Touren in der Toskana muss überdacht werden.

Im Vergleich zum Vorjahr ohne E-Bike nicht Sauerstoffzelt reif, mach ich mich auf den Weg zum Laden der Familie Morganti. Roten, Öl und Kastanienhonig kaufen.

Die Öffnungszeiten hätte ich erfragen sollen, bis 17:30 Uhr ist noch bissel hin. Gut das es hier ja jede Menge Cafes hat. Erst mal gechillt einen Americano und 2 Ku.. … ne sind ja keine Kugeln … wie beschreibt man 2 mit einem Schaber auf eine Waffel platzierte Sorten Eis, so dass es sich nicht total bescheuert anhört .. jemand ne Idee?
Auf jedenfall auch hier ist das Eis lecker.

Aufs Warten hab ich nun keine Lust und roll gemächlich den Berg wieder runter. Dann später nochmal rauf halt, geht ja fix.

Nun freu ich mich auf einen netten Abend mit den Weilis bei italienischen Leckereien.

Una bella serrata.

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Tag 1 oder Bongiorno Livorno !

Die Anreise ist verdaut, die erste Pizza auch.

Geht es euch auch so an den ersten Tagen im Urlaub, wenn ihr noch nicht so richtig runterkommt? Ich kann im Urlaub die ersten beiden Tage immer schlafen. Essen und schlafen. Für jemand dem normalerweise 5 Stunden Schlaf zu reichen scheinen, ein Zeichen, dass es wohl doch zu wenig ist.

Pfannkuchen gehen immer !

Es ist Sonntag. Ein guter Tag für Pfannkuchen zum Frühstück. Eigentlich ist ja jeder Tag ein guter Tag für Pfannkuchen, aber heute besonders gut, weil nix anderes da ist außer Mehl, Milch und Eiern. War auch so geplant, denn wenn ich es noch nicht erwähnt haben sollte… Pfannkuchen gehen immer (und ersparen den Weg zum Bäcker).

Ich konnte gestern beim Einkaufen meinen Willen durchsetzen und den allseits beliebten Palmöl-Zucker-Schoko-mit Spuren von Nüssen durchsetzten Brotaufstrich aus dem Einkaufswagen wieder ins Regal zurückbugsieren.

Dafür gibt es heute Feigenmarmelade. Ist mindestens genauso süß, klebt auch so, hat auch unendlich viel Zucker (aber eben kein Palmöl) und macht ob der Früchte wenigstens den Anschein gesund zu sein.

Benvenuto !

Giulio hat uns eine kleine Willkommenskiste mit seinen Erzeugnissen gebracht. Die Tomaten fruchtiger als es eine Hollandtomate jemals sein wird, das Olivenöl ein Traum und die Aprikosenmarmelade sehr lecker.

Den Rest des Tages verbringe ich mit dem Schreiben und Schlafen, der Rest der Familie am Strand.

Der ein oder andere wird sich sicher fragen: „Mag der seine Familie nicht, weil er die immer an den Strand fährt und dann was anderes macht?“

Natürlich liebe ich meine Familie, aber ich mag keinen Sand.
Sand … kennt ihr das Geräusch, wenn eine Schaufel bei Bauarbeiten über sandigen Asphalt kratzt ? Eben. Alleine der Anblick von Sand haut mir die Gänsepelle vom Genick bis ans Handgelenk.

Buon appetito !

Später noch schnell einkaufen mit Frauchen und abends gibts jungen Pecorino (lecker mit Feigenmarmelade oder Kastanienhonig), Prociutto San Michele, Caprese aus Tomaten, Büffelmozzarella, frischem Basil und Giulios exzellentem Olivenöl sowie etwas Focaccia.

Dazu gibts eine Flasche Morcellino di Scansano, einem leckeren, nicht ganz so trockenem Roten für die angenehme Bettschwere.

Buonanotte !

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Tag 0,5 – Was vom Tage übrig blieb

PIZZA !!!

Mozarella, rote Zwiebeln, Wildschweinsalami

*gähn*

3 Stunden waren noch nicht genug Schlaf um die Anreise zu kompensieren, aber die Familie und der Magen rufen nach Input. Wir entscheiden uns für die Pizzareia Meti 0. Die zieren sich immer bissel wenn man nicht reserviert hat, aber bisher gings immer irgendwie für 3 Personen.

Die Pizzaria verwurschtelt nur lokale, biologisch angebaute Zutaten, das Ergebnis ist nicht nur lecker, sondern auch gut fürs Gewissen. Gebacken im Holzofen an offener Flamme.

LECKER !

Selbst Sohnemann hat eine halbe Magheritta verputzt, was für Ihn schon was heißen soll. Die andere Halbe …

Gelato ?

Das Pizzaria gehört zum Casano Ugolino (ein Landhotel), hat auch noch eine Osteria und und vorallem eine eigne Gelateria, welche auch eine Sorte Tomateneis führt (wers mag).

Anders wie in Deutschland sind Kugelformer hierzulande nicht anzutreffen. Es ist wohl eher eine deutsche Sitte um immer die gleiche Menge an Eis zum gleichen Preis zu verkaufen.

In Italien wird das Eis noch klassisch mit dem Schaber aus dem Bottich geholt und auf die Waffel gedrückt. Ist der Portionsgröße aus Kundensicht sehr zuträglich.

Bella Italia.

 

Buonanotte !

So .. die Sonne geht unter und der Anreisetag neigt sich dem Ende zu. Noch ne Runde UNO und dann kollektives Schnelleinschlafen.

 

 

 

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Tag 0 – Anreise

Urlaubsreif

Das ist genau das Wort, das meine derzeitige mentale und geistige Verfassung beschreibt.

Böse Zungen behaupten, man merkt mir das an und ich gebe es nicht zu. Komischerweise stimmte das bisher, aber man wird wohl älter, weiser (*hust*), gelassener (*doppel hust*) und setzt seine Prioritäten etwas anders.

Wer kennt das … Urlaub ist gebucht seit Monaten und man fiebert zum Abflug und zählt die Tage? Für das Zählen ist eher meine Frau zuständig, aber die Vorfreude ist bei allen groß.

Nach einigen Jahren des Familienhotel Strandurlaubs in den üblichen All-Inclusive-Betonburgen südlicher Gefilde, gab es nach 2 Jahren „Wandern im Allgäu“ oder wie mein Sohn zu sagen pflegt „Langeweile und Mistwetter“ im letzten Jahr zur Wahrung des Familienfriedens eine Wandlung in Richtung Italien. Das hat uns allen so gut getan und gefallen, dass wir dieses Jahr wieder hinfahren.

Auto beladen, vollgetankt, Reifendruck geprüft. Vignetette aufgebappt und den Telepass an den noch vorhanden Klettstreifen an der Windschutzscheibe angebracht. Wenn ich nun aber hier weiter sülze, kommen wir nicht los …

Es geht los …

Tatsächlich. 21:30 Uhr ist das Ziel im Navi eingegeben und es kann los gehn. Geplant ist die Route via Gotthard Tunnel, also über die Schweiz. Höhe Frankfurter Kreuz sieht man in der Ferne Blitze, nach Mannheim bis kurz vor Freiburg Dauerregen. Bis zum Gotthardt dann alles gechillt, am Rastplatz vor dem Tunnel muss die Frau ans Ruder, 2:30 Uhr.

6 km und eine Stunde später gehts auch endlich rein in die Röhre. Stopp and Go in Mitten der Nacht … . Um 5:30 Uhr sind wir dann Mailand vorbei und haben den Berufsverkehr nicht erwischt, alles im grünen Bereich … aber ne Pause muss jetzt sein, bevors über den Appennin nach La Spezia geht. Also mal ne Stunde im Auto auf dem Rastplatz Augenpflege, dann kanns weitergehen.

Bis her war es ja landschaftlich eher magere Kost. Ok … in der Schweiz und runter nach Grosetto wars auch dunkel und die Berge nur schemenhaft zu erkennen, einzig der Blick auf das beleuchtete Casino in Lugano wäre ein Bild wert gewesen.

Der Appennin ist da eine andere Hausnummer. Stellt euch vor, ihr fahrt auf einer zweispurigen Autobahn durch dichtbewaldete Berge. Kurven, die dich bis auf 60 km/h abbremsen lassen und kurze Tunnel ins Massiv gehauen. Beindruckender ist aber die Straße, weil sie nur aus Brücken zu bestehen scheint. Hohe Brücken, richtig hohe Brücken, also so wirklich hohe ….

Malerische Dörfer und kleine Städte wie aus „Der Pate 2“ am Anfang auf einem Berg gelegen, sieht man im Vorbeifahren und immer noch Wald. Endlich nach knapp 90 km geht es bei La Spezia am Meer (zumindest laut Navi sieht man es) an Pisa vorbei Richtung Livorno (Den schiefen Turm lassen wir dieses Jahr mal aus und ergötzen uns an dem Mobilfunkmast an der Autobahn der wenigstens gerade steht).

Nach einer weiteren Stunde sind wir in Donoratico.

Nun erst mal in einem Cafe an der Straße Cafe American, Cappucino und Panino. Dann Frau und Kind an den Strand gebracht und direkt zur Unterkunft die Lage checken.

Giulio, der  Herr im Haus, war da, das Haus war schon bezugsfertig, fix das Auto ausgeräumt und nun sitz ich hier und schreib am Blog.

Am Schreiben im Pavillon am Olivenhain

Das muss auch mal reichen für heute. Nach 1000 km ist man etwas benutzt und ich mach mich erst mal lang.

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