Tag 0 – Anreise

Urlaubsreif

Das ist genau das Wort, das meine derzeitige mentale und geistige Verfassung beschreibt.

Böse Zungen behaupten, man merkt mir das an und ich gebe es nicht zu. Komischerweise stimmte das bisher, aber man wird wohl älter, weiser (*hust*), gelassener (*doppel hust*) und setzt seine Prioritäten etwas anders.

Wer kennt das … Urlaub ist gebucht seit Monaten und man fiebert zum Abflug und zählt die Tage? Für das Zählen ist eher meine Frau zuständig, aber die Vorfreude ist bei allen groß.

Nach einigen Jahren des Familienhotel Strandurlaubs in den üblichen All-Inclusive-Betonburgen südlicher Gefilde, gab es nach 2 Jahren „Wandern im Allgäu“ oder wie mein Sohn zu sagen pflegt „Langeweile und Mistwetter“ im letzten Jahr zur Wahrung des Familienfriedens eine Wandlung in Richtung Italien. Das hat uns allen so gut getan und gefallen, dass wir dieses Jahr wieder hinfahren.

Auto beladen, vollgetankt, Reifendruck geprüft. Vignetette aufgebappt und den Telepass an den noch vorhanden Klettstreifen an der Windschutzscheibe angebracht. Wenn ich nun aber hier weiter sülze, kommen wir nicht los …

Es geht los …

Tatsächlich. 21:30 Uhr ist das Ziel im Navi eingegeben und es kann los gehn. Geplant ist die Route via Gotthard Tunnel, also über die Schweiz. Höhe Frankfurter Kreuz sieht man in der Ferne Blitze, nach Mannheim bis kurz vor Freiburg Dauerregen. Bis zum Gotthardt dann alles gechillt, am Rastplatz vor dem Tunnel muss die Frau ans Ruder, 2:30 Uhr.

6 km und eine Stunde später gehts auch endlich rein in die Röhre. Stopp and Go in Mitten der Nacht … . Um 5:30 Uhr sind wir dann Mailand vorbei und haben den Berufsverkehr nicht erwischt, alles im grünen Bereich … aber ne Pause muss jetzt sein, bevors über den Appennin nach La Spezia geht. Also mal ne Stunde im Auto auf dem Rastplatz Augenpflege, dann kanns weitergehen.

Bis her war es ja landschaftlich eher magere Kost. Ok … in der Schweiz und runter nach Grosetto wars auch dunkel und die Berge nur schemenhaft zu erkennen, einzig der Blick auf das beleuchtete Casino in Lugano wäre ein Bild wert gewesen.

Der Appennin ist da eine andere Hausnummer. Stellt euch vor, ihr fahrt auf einer zweispurigen Autobahn durch dichtbewaldete Berge. Kurven, die dich bis auf 60 km/h abbremsen lassen und kurze Tunnel ins Massiv gehauen. Beindruckender ist aber die Straße, weil sie nur aus Brücken zu bestehen scheint. Hohe Brücken, richtig hohe Brücken, also so wirklich hohe ….

Malerische Dörfer und kleine Städte wie aus „Der Pate 2“ am Anfang auf einem Berg gelegen, sieht man im Vorbeifahren und immer noch Wald. Endlich nach knapp 90 km geht es bei La Spezia am Meer (zumindest laut Navi sieht man es) an Pisa vorbei Richtung Livorno (Den schiefen Turm lassen wir dieses Jahr mal aus und ergötzen uns an dem Mobilfunkmast an der Autobahn der wenigstens gerade steht).

Nach einer weiteren Stunde sind wir in Donoratico.

Nun erst mal in einem Cafe an der Straße Cafe American, Cappucino und Panino. Dann Frau und Kind an den Strand gebracht und direkt zur Unterkunft die Lage checken.

Giulio, der  Herr im Haus, war da, das Haus war schon bezugsfertig, fix das Auto ausgeräumt und nun sitz ich hier und schreib am Blog.

Am Schreiben im Pavillon am Olivenhain

Das muss auch mal reichen für heute. Nach 1000 km ist man etwas benutzt und ich mach mich erst mal lang.

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