Tag 2 oder ein E-Bike ist kein Motorroller !

Die Erholung stellt sich ein.

Der viele Schlaf, das gesunde, nicht so schwere Essen und einfach die Seele baumeln lassen, entspannt ungemein.

Zum Frühstück gibt es Pfannkuchen. Wenn ich es noch nicht erwähnt habe, jeder Tag ist ein guter Tag für … ok .. lassen wir das.

Heute hol ich mein Leihrad ab. Bin ja nicht zum Spaß hier. Nach den Touren letztes Jahr bei den Temperaturen hier hab ich mich entschlossen, mal ein E-Bike zu probieren, ist ja schließlich Urlaub.

10 Uhr in Cecina im La Biciletta di Antonio Tessaro empfängt uns Carlo, der Juniorchef.

Lombardo Sestriere 27.5″

Da steht das Bike. Ein Lombardo 27,5″, knall orange mit Boschmotor. Der Blick als ich ihn bitte, meinen mitgebrachten SQLab Breitarschsattel zu montieren, gleicht in etwa dem, der einem ein Ferrariverkäufer entgegenbringen muss, den man bittet, das Fahrzeug in grün und mit Anhängerkupplung auszuliefern.

Egal, es ist mein Hintern.

Carlo ist sehr nett und hat den Sattel schnell verdaut. Er erklärt mir das Bike – einen Helm, Flickzeug, Pumpe, Ersatzschlauch gibts noch dazu und obendrauf 10% Rabatt.

 

Ein E-Bike ist kein Motorroller !
Ohne Treten macht das Teil nämlich nichts außer fesch aussehn. Der Fahrrad Junkie in mir lässt auch erst mal den Motor aus. Wär ja gelacht, wenn ich mich von einer Batterie und einem Elektromotor abhängig mache. Nach 3 Kilometern schalte ich dann den Motor auf ECO Mode zu, ist ja schließlich bezahlt. Die Anzeige verspricht mir noch 120km Unterstützung, die angenehm, aber nicht aufdringlich ist, und wir werden langsam Freunde.

Die erste Brücke nehm ich dann im Turbogang. Wow. Mit gleichbleibender Anstrengung gleite ich die Steigung wie nichts hinauf. Der Blick auf die Restkilometeranzeige sagt mir dann aber, besser wieder in den ECO Mode zurückzuschalten. Aus 110km wurden gleich mal 51km. Im Wechsel von ECO, Tour (bissel mehr als ECO) und Off sind die 20km von Cecina nach Castagneto ein gechillter Ritt. Ein Blick auf die mit der Garmin getrackten Daten zeigt ein gleichbleibendes Pulserlebnis von 130 BPM ohne nennenswerten Spitzen. Das Grinsen in meinem Gesicht ist unbeschreiblich.

Heute kommen die Weilis aus unsrer Siedlung, die auch in der Toskana Urlaub machen. Zuerst geht es, aus bekannten Gründen Ohne mich, zum Strand. Ich nutze die Zeit, um das E-Bike einem weiteren Test zu unterziehen und mach mich auf nach Castagneto Carducci.

Malerisch. Wie aus dem Bilderbuch. Auf einem Hügel gelegen mit herrlichem Blick über die Weite der Toskana bis zum Meer. 130 Höhenmeter, 4km Serpentinen, 30 Grad im Schatten, 14 Uhr.

Der ECO Modus erweist sich als unbrauchbar für den Anstieg. Da müssen härtere Geschütze her. Turbo kleines Fahrrad. Oben angekommen meint das Bike im ECO Mode noch Power für 30km zu haben. Die Strategie für größere Touren in der Toskana muss überdacht werden.

Im Vergleich zum Vorjahr ohne E-Bike nicht Sauerstoffzelt reif, mach ich mich auf den Weg zum Laden der Familie Morganti. Roten, Öl und Kastanienhonig kaufen.

Die Öffnungszeiten hätte ich erfragen sollen, bis 17:30 Uhr ist noch bissel hin. Gut das es hier ja jede Menge Cafes hat. Erst mal gechillt einen Americano und 2 Ku.. … ne sind ja keine Kugeln … wie beschreibt man 2 mit einem Schaber auf eine Waffel platzierte Sorten Eis, so dass es sich nicht total bescheuert anhört .. jemand ne Idee?
Auf jedenfall auch hier ist das Eis lecker.

Aufs Warten hab ich nun keine Lust und roll gemächlich den Berg wieder runter. Dann später nochmal rauf halt, geht ja fix.

Nun freu ich mich auf einen netten Abend mit den Weilis bei italienischen Leckereien.

Una bella serrata.

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