Tag 3 – Brillenverschwörung?

Der gestrige Abend mit den Weilis war toll.

Wenn man leckeres Essen und guten Vino mit Freunden teilen kann, macht es gleich noch mehr gute Laune.

Morgens war dann unser Sohn malad und hatte Bauchweh. War wohl gestern alles etwas viel und es steht ein Tag auf der Agricultura an.

 

Strada del vino e dell‘ olio

Ich klinke mich für 3 Stunden aus, gebe dem Pferdchen die Sporen und visiere eine 70 km Tour an, welche ich im letzten Jahr schon mal gefahren bin. Sie führt „Strada del vino e dell‘ olio“ an Castagneto Carducci vorbei nach Bolgheri, Bibbona, hoch nach Casale Marittimo, Abfahrt nach Cecina und dann die Aurelia wieder zurück nach Castagneto Carducci. Es ist leicht bewölkt.

Der Weg vorbei an Weingütern, Ständen mit Obst, Wein und Olivenöl ist leicht hügelig. Den Motor schalte ich in den Steigungen zu, die Übersetzung ohne Motor ist einfach nicht gut und macht so auch keinen Spaß und außerdem ist der dafür da! Suche ich gerade nach einer Entschuldigung für ein E-Bike?

Herrliche Gegend. Gelegentlich trifft man andere Biker, vorrangig auf Rennrädern, seltener sind da Autos.

 

2500 Zypressen nach Bolgheri

Mein Weg kreuzt die Straße, die von der Via Aurelia an der Küste ca. 5km kerzengerade bis nach Bolgheri führt. Einfach der Hammer. 2500 Zypressen bilden eine Allee, die sich in Wellen oben nach Bolgheri arbeitet. Ich mache kurz Rast und immer wieder halten Leute an, um Fotos zu machen. Foto … da war was …

In Bibbona ändere ich spontan die Route ab, will mal was Neues sehen und arbeite mich im Ort eine steile Gasse hinauf, die ins Hinterland führt. Selbst mit Motorunterstützung wird das nix. Nach zwei Dritteln geb ich auf, schiebe den Rest nach oben und fahre aus dem Ort. Ein einsamer Aussichtsturm auf einem staubigen Hügel, Blick über die Ebene nach Casale Marittimo, ein Friedhof, die Ausläufer des Appenin. Keine Menschenseele weit und breit. Ich geb Gas.

Nun zeigt sich wieder wie stark Google Maps und die Realität gelegentlich von einander abweichen. Ich stehe irgendwo im Nirgendwo am Ende eines Schotterweges vor einer Scheune. Zwei Wege, ich nehm den Falschen (Danke Google oder war es die Wahl bergab anstatt bergauf), hoppel mit schreienden Bremsen bergab und stehe vor einem Graben und einem Zaun.

Umdrehen und den Hügel wieder rauf und den anderen Weg einschlagen. An verschiedenen Anwesen vorbei, deren Einfahrten kleinen Alleen gleichen, durch Weinberge und Olivenhaine geht es auf Schotter tatsächlich wieder Richtung Bolgheri. Schwarze Wolken und Blitze in den Hügeln treiben mich zurück zur Agricultura. Nach knapp 40 km endet die Tour.

Wie schon im letzten Jahr hab ich auch dieses Jahr eine Lesebrille auf der Tour verloren. Liegt es an mir oder ist es die Toskana, die Tribut in Form von Brillen fordert? Letztes Jahr insgesammt zwei, nun schon wieder eine. Ein Fall für die X-Files … und den Optiker. Ich bin das Opfer einer Verschwörung

Den Rest des Tages verbringen wir mit Chillen beim Zirpen der Zirkaden im leichten Wind bei 28 Grad. Beim Abendessen nervt der Nachbar mit dem Rasenmäher und zwei Wespen auf der Salami. Unentspannt.

Kind immer noch nicht fit, Michel müde, Frau auch. Kurzer Abend, früh ins Bett.

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